Edersee Atlantis

Das versunkene Edertal

Bei der Edertalsperre handelt es sich um eine Funktionstalsperre. Sie wurde zur Wasserregulierung (Schiffbarhaltung der Weser und Hochwasserschutz) gebaut. Ein weiterer Grund war die Erzeugung von Strom. Bedingt durch diese Aufgaben hat der See über das Jahr hinweg unterschiedliche Wasserstände. Im Herbst, vor allem nach einem trockenen Sommer, ist der Wasserstand niedrig. Dann kommen die alten Dorfstellen der Orte Asel, Berich und Bringhausen, einzelne Gehöftmauern, die alten Ederbrücken (Asel als einzige noch vollständig - abgesehen vom Geländer - vorhanden) und das Modell der Sperre nach und nach wieder zum Vorschein. Aber auch im Sommer ist Edersee-Atlantis für die Tauchsportler ein Anziehungspunkt. In der Bericher Bucht ist die Tauchzone und die alte Klostermauer (stark am Verfallen) und Grundmauern von Berich sind für die Tauchsportler ideale Ziele.

Dann geistern Legenden durch Zeitungen und Internet. Zu den unwahren Legenden gehört, dass in Berich lange Zeit noch die Reste des Kirchturms gestanden hätten. Die alte Klosterkirche hatte aber niemals einen Kirchturm, sondern einen auf dem Kirchendach aufgesetzten Glockenstuhlturm (Dachreiter). Was bis in die 1940er/1950er Jahre aus dem Wasser ragte, war die Nordwand der Kirche. Die Bericher Ederbrücke kommt in der Tat selten zum Vorschein. Es stimmt jedoch nicht, dass diese letztmalig in 1959 zu sehen war. Das letzte Mal tauchte die Brücke in 1978 aus dem Wasser auf. Es ist auch nicht richtig, dass gleich hinter Berich das preußische Staatsgebiet begann. Erst hinter der Gemarkung von Bringhausen endete das Fürstentum Waldeck. Der größte Teil des Staubeckens befindet sich auf waldeckischen Boden; deshalb lief das Projekt auch unter dem Namen "Waldecker Talsperre".



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