Das Fürstentum Waldeck

Von der Entstehung der Grafschaft Waldeck bis zum Freistaat Waldeck - (11. Jhd. bis 1928)


Dies ist noch eine Seite, die noch wachsen muss. Ich hoffe bis Ende März 2012 hier die wichtigsten Grundinformationen zusammen getragen zu haben.


Von einer Grafschaft Waldeck kann man erst sprechen, als nachweislich im 12. Jh. die Grafen von Schwalenburg die Burg Waldeck erwarben. Einige Zeit später nannte sich der auf der Burg Waldeck residierende Graf auch "Graf zu Waldeck". Im 17. Jh. wurde dem damaligen Grafen Georg Friedrich die Fürstenwürde wegen seinen Verdiensten bei der erfolgreichen Bekämpfung der Türken bei Wien verliehen. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Grafschaft zum Fürstentum. Nach dem Beitritt des Fürstentums Waldeck-Pyrmonts zum Norddeutschen Bund im Jahre 1867 verschlechterte sich die finanzielle Lage des Fürstentums zunehmend.Fürst Georg Friedrich sah keinen anderen Ausweg, als sich Preußen anzuschließen und damit die Selbstständigkeit vollends aufzugeben. Bismark, der Verhandlungspartner bei diesem Anliegen war, befürchtete, dass politische Nachteile für Preußen daraus erwachsen könnten und lehnte eine Eingliederung von Waldeck-Pyrmont in das Preußische Königreich ab. Es wurde aber ein Akkzessionsvertrag geschlossen, nach dem Preußen die innere Verwaltung und die Finanzen des Fürstentums Waldeck-Pyrmont übernahm und der Fürst die Außenvertretung weiterhin behielt. Auch musste der Fürst den zu beschließenden Gesetzen zustimmen. So blieb es bis 1918, als nach dem 1. Weltkrieg die Monachie in Deutschland abgelöst wurde und Volksvertretungen gewählt wurden. Aber auch hier handelte der Fürst zu Waldeck und Pyrmont umsichtig und gab rund 9/10 des Domanialvermögens an eine dafür geschaffene Verwaltungseinheit des Freistaates Waldeck und Pyrmont. Damit war das Vermögen gegen den Zugriff der Preußen geschützt und der Landesbevölkerung gesichert. Im März 1928 beschloss der waldeckische Landtag seine Auflösung und schloss einen Staatsvertrag zur Eingliederung in den Preußischen Staat.



Arolsen, die Stadt im Walde. Entstanden ist Arolsen aus dem ehemaligen Kloster Aroldessen. Dieses allerdings war ehemals ein sächsischer Edelhof gewesen, welcher wahrscheinlich bereits seit dem 6. Jh. existierte und Haroldeshusen hieß. Bereits 1131 wurde an seiner Stelle von der sächsischen Adeligen Gepa, die aus dem Haroldischem Geschlecht stammte, ein Augustiner Nonnenkloster mit dem Namen Aroldessen gegründet. Als Schutzpatron wude vom Paderborner Bischof der Graf Volkwin von Schwalenberg ernannt, welche später die Burg Waldeck erwarb. Im 15. Jh. verfiel das Kloster zunehmend und so wurde es 1493 in die Hände von Antonitermönche gegeben. In Folge der Reformation wurde das Klostergut Aroldessen 1526 aufgelöst und in einen herschaftlichen Sitz umgewandelt. 1665 ließ der damalige Graf von Waldeck den Hof entsprechend herrichten und verlegte danach seinen Stammsitz vom Schloß Waldeck dorthin. Die neue Stadt bzw. zunächst der neue Ort wurde 1719 auf dem Reißbrett entworfen und bekam in Anlehnung an das Kloster Aroldessen den Namen Arolsen. In einem Dekret forderte der Fürst Friedrich Anton Ulrich zur Ansiedlung im Umfeld des Schlosses auf und versprach den Ansiedlern vielerlei Vorteile. Nach und nach entstand eine Siedlung um den neuen Grafensitz.

Durch die langen Kriegszeiten im 16. und 17. Jahrhundert waren so einige mittlerweile fürstliche Anwesen (für die Verdienste bei Zurückschlagung der Türken bei Wien, verlieh der Kaiser dem Waldecker Grafen Georg Friedrich die Fürstenwürde) in Verfall geraten. So auch das Schloss in Arolsen. Man verzichtete auf eine Sanierung der Gebäude und plante stattdessen den Neubau eines Schlosses. Dieses Schloss wurde im Barockstil von 1710 - 1728 erbaut und kostete mehr als 100.000 Thaler. Zwar gehört das Schloss in Arolsen zu einen der schönsten Schlösser Deutschlands, aber der Bau brachte das Fürstentum in finanzielle Schieflage.

In der, nach dem oben erwähnten Dekret zunächst nur langsam wachsende Stadt, fehlte anfangs noch die Kirche für die seelische Betreuung. Erst in 1735 erfolgte die Grundsteinlegung für die Kirche in Arolsen. Bis 1752 fiel die Seelsorge dem Helsener Pfarrer zu. In der im Barockstil errichteten Kirche stehen 3 Marmorfiguren des Arolser Bildhauers Daniel Rauch, der unter anderen auch das Standbild Friedrichs des Großen in Berlin geschaffen hat. Die 3 Marmorstatuen waren ein Geschenk Rauchs an seine Geburtsstadt.

In 1912 hatte Arolsen ca. 3.000 Einwohner. Heute sind es ca. 8.150 Einwohner in der Kernstadt und insgesamt ca. 16.150 Einwohner. Seit 1997 ist Arolsen ein Bad.



Corbach entstand wahrscheinlich aus einem alten sächsischen Edelhof. Man vermutet, dass dieser Hof etwa östlich in der Nähe der heutigen Kilianskirche gelegen war. An ihm und der Kuhbach führte auch der alte Heerweg entlang. An ihn erinnert heute noch der Name der Heerstraße. Der letzte Sachsenkönig Heinrich II. schenkte um 1030 den Hof dem Paderborner Bischof Meinwerk. Der Hof mit seinen Ländereien und umliegenden Siedlungen blieb bis in das 13. Jh. im Besitz von Paderborn. Im 13. Jh. eroberten die Grafen von Schwalenberg-Waldeck den mittlerweile entstanden Ort Corbach mit seinen umliegenden Ländereien und Siedlungen. Der Ort war zu dieser Zeit wahrscheinlich bereits mit einer Stadtmauer umgeben und besaß Stadtrechte. 1188 wurden den Bürgern der Stadt Corbach die Soester Stadtrechte verliehen. Bei dem Soester Stadtrecht handelt es sich um das erste schriftlich bekannte Stadtrecht im deutschen Raum und es wurde damals an 65 Städte verliehen, wobei Corbach zu einer der ersten zählt, die dieses Stadtrecht übernahmen. In 1265 wurde erstmalig die Neustadt urkundlich genannt, die sich vor den Toren von Corbach gebildet hatte. Diese Siedlung wurde von der Landesherrschaft geduldet, aber ohne das Recht auf die Errichtung eines Schutzwalles (Stadtmauer). In der Neustadt wurde ebenfalls eine Kirche gebaut - die Nikolaikirche. Durch die günstige Lage, an dem alten Heer- und Handelsweg gelegen, wurde es für Corbach möglich als zugewandte Stadt in die Hanse aufgenommen zu werden. Aus den Zeiten, als Korbach zu den reichen Handelsstädten gehörte, zeugen heute noch die sogenannten Steinkammern (alte Lagerhäuser).
1377 wurden die Alt- und die Neustadt zusammengelegt und auf der Stadtgrenze ein neues Rathaus gebaut. Korbach war wegen seines Reichtums immer wieder Angriffen des "westfälischen Raubadels" ausgesetzt, die aber immer wieder abgewehrt werden konnten und Fehdeverträge geschlossen wurden. Die bekannteste Fehde davon ist die sogenannte Padberger Fehde.
Die Korbacher Bürger empfanden sich als freie Bürger und erkannten die landesherrschaftliche Obrigkeit nicht an, was letztlich dazu führte, dass 1366 Graf Heinrich der Eiserne die Stadt angriff und einnahm.
1487 wurde ein Kloster gestiftet, das Franziskanerkloster, in das nach der Reformation 1579 eine Schule für höhere Bildung, das Landesgymnasium, eingerichtet wurde. Zur Finanzierung wurden dieser Schule die Einnahmen der Meierei Berich, dem ehemaligen Augustinerinnenkloster Berich, zugesprochen. 1617 tauschte der Graf Christian Ludwig von Waldeck die Einnahmen des Landesgymnasiums von Berich gegen die Einnahmen des Klostergutes Ober-Werbe aus, welche allerdings deutlich geringer ausfielen.
Luther soll, auf dem Weg zum Marburger Religionsgespräch in Korbach im Hauxleden'schen Hof Rast gemacht haben. Dieses half aber anscheinend nicht dabei, dass sich die Corbacher Bürger, wie die anderen Waldeckischen Gemeinden, so leicht dem protestantischen Glauben zuwandten. Erst 1544 wurde dieser von den Corbacher Bürgern angenommen.
1622 kam es wiederum zur offenen Auflehnung gegen die Grafen. Diese Streitigkeiten endeten 1624 mit einem Vergleich, bei dem die Corbacher einen großen Teil ihrer Freiheiten und Rechte einbüßten. Auch wurde ein gräflicher Stadtkommissar dem Rat der Stadt vorgeschaltet.
Die Kriege zwischen den 17. und 19. Jahrhundert setzten der Stadt erheblich zu. Es kam zu Besetzungen von Häusern und Lagererrichtungen vor den Toren der Stadt sowie Durchmärschen von Truppen. Ebenso kam es 1760 zu einem Gefecht in der Nähe der Stadt, zwischen den Truppen von Herzog Ferdinand von Braunschweig, der sich letztlich vor den Franzosen zurückziehen musste.
Gegen 1875 hatte Corbach lediglich noch ca. 3.000 Einwohner, eine Folge von Seuchen, Kriegen und Feuersbrünsten.
Mit der Gründung des Landkreises Waldeck wurde Korbach Kreisstadt. Im 20. Jahrhundert siedelten sich einige Industrie- und Handelsunternehmen in der Stadt an und die Stadt wuchs wieder. Um 1930 waren es ca. 6.000 Einwohner, heute sind es ca. 23.500 Einwohner. Nach der Zusammenlegung der Landkreise Waldeck und Frankenberg zum Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde Korbach die gemeinsame Kreisstadt.



Man nimmt an, das es Chatten waren, die zunächst das Dorf Wildungen gründeten. Diese Siedlung soll in etwa bei der Neuen Mühle gewesen sein (Zur heutigen Orientierung: von Fritzlar kommend, linksseitig der Berliner Straße). 1121 war das Gebiet um Wildungen in thüringschen Besitz. Erst nach dem Tod Ludwigs des Eisernen 1172 wurde einer der Söhne, Friedrich, mit dem Gericht Wildungen versehen. Dieser nannte sich Graf von Wildungen und hat vermutlich das Schloß in (Alt-) Wildungen gebaut. Nach ihm ist das Schloß als "Schloß Friedrichstein" benannt. Er war der einzigste Graf von Wildungen. Hernach kam das Gebiet zum Erzbischoftum Mainz, welches sich lange Zeit mit dem Landgrafen von Hessen wegen der Eigentumfrage stritt. Etwa um 1250 wurde das Amt Wildungen an die Grafen von Waldeck verpfändet und ging später in deren Besitz über.
Um das Schloss bildete sich eine Ortschaft von Handwerkern, Händlern und Bediensteten, die mit einer Mauer umgeben wurde. Wann sich die Ortschaft Nieder-Wildungen (das heutige Bad Wildungen) bildete, ist nicht belegbar. Man vermutet, dass sich diese aus den Bewohnern der umliegenden kleineren Ortschaften und Wüstungen gebildet hat, die immer wieder schutzlos den Raubzügen aus dem hessischen ausgeliefert waren. Dagegen schlossen sich diese Ortschaften zusammen und bauten auf einer Anhöhe unterhalb von Schloss Friedrichstein eine befestigte Stadt. Die Ortschaften wurden aufgegeben und so erinnern heute noch die Flurnamen an die einstigen Siedlungen, wie da sind: Bubenhausen, Frohnhausen, Holzhausen und Elshausen.

Die Stadtmauer der Stadt Nieder-Wildungen hatte 3 Stadttore. Im Osten befand sich das "Wildunger Tor" später "Wegarer Tor" genannt, welches in Richtung Fritzlar bzw. dem ehemaligen Dorf Wildungen lag. Gegenüber im Westen lag das "Brunnentor" und im Norden das "Reizenhagener Tor", später "Lindentor" genannt. Nach Süden hin wurde ein Nottor angelegt, welches wahrscheinlich dazu diente im Falle eines Feuers direkt und schnell zum Wasser zu gelangen - zum Sonder- bzw. Wäschebach.

Wie viele Ortschaften und Städte in der Umgebeung, so war auch Wildungen nach dem Dreißigjährigen Krieg verarmt und dezimiert.

Die Anfänge des Heilbades reichen bis ins 16. Jh. zurück, als man entdeckte, dass nach der Erschließung einer neuen Quelle für die Stadt, die Nieren- und Harnleiden bei der Wildunger Stadtbevölkerung überdurchschnittlich niedrig lagen. Der Grund war alsbald herausgefunden.

Nun entstand durch diese Erkenntnis nicht gleich ein Kur- und Badebetrieb in unserem Verständnis. Dazu waren noch andere Voraussetzungen und ein anderes Medizinverständnis notwendig. Aber man hatte die heilende Wirkung des Wildunger Sauerbrunnen erkannt und bereits um 1580 wurde die Wirkung des Heilwassers und die Anwendung als Trinkvorschrift beschrieben.

1906 wurde das damalige Niederwildungen in Bad Wildungen umbenannt. Heute ist Bad Wildungen eine moderne Kurstadt und neben dem traditionellen Kur- und Reha-Angebot bei Nieren- und Harnleiden sind weitere hinzugekommen. In Bad Wildungen und seinen Ortsteilen leben heute ca. 15.500 Einwohner.


Siehe auch die Geschichte "Wildungen 1945" unter "Geschichten, Sagen, Märchen" [klick].


700 Jahre Wildungen

Das urkundliche überlieferte Gründungsjahr von Wildungen (Nieder-Wildungen) ist das Jahr 1242. Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Stadt wurden die abgerissenen Stadttore durch Nachbildungen für diesen Anlass aufgebaut. Das nebenstehende Bild ist eines aus einer Serie von Bildern, die der Wildunger Alfred Franz "geschossen" hat. Da das Jubiläum in den Kriegswirren des 2. Weltkrieges im Jahr 1942 anstand, hat man es wahrscheinlich in 1949 nachgeholt.


700 Jahrfeier von (Bad) Wildungen

Bilderserie zur 700-Jahrfeier

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Wegaer Straße um ca. 1900





Das Waldecker Lied Text 1890 von August Koch geschrieben.



Waldecker Opposition "Ein neues Volkslied" von Erich Kästner

 

Die Schwalenburg Die Schwalenburg bei Schwalenberg - Herkunft unseres waldeckischen Grafengeschlechts

 

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