Schloss Waldeck

Die Burg

Schloss Waldeck zum Anfang des 20. Jh.

Im Grunde genommen ist das Schloss Waldeck eine Burg. Wann genau diese Burg erbaut wurde ist nicht überliefert. Man vermutet, dass die Burg im 12. Jh. entstand. Auch über den oder die ehemaligen Erbauer ist nichts bekannt. Erste Hinweise auf "die Herren von Waldeck" finden sich 1120 . Allerdings lässt sich eine Linie bis dahin nicht verfolgen. Was aber sicher belegt werden kann, ist die Tatsache, dass die Grafen von Schwalenberg, die Urväter der bis heute noch existierenden Linie des "Waldecker Grafengeschlechts" sind.

Die Waldecker Grafen hatten bis 1665 ihren Sitz auf Schloss Waldeck. Dann verlegten sie den Sitz auf das umgebaute Nonnenkloster Aroldessen. Um diesen neuen Residenzsitz bildete sich nach und nach eine geplante Ortschaft.

Aber bleiben wir beim Waldecker Schloss. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg (Schloss) immer wieder einmal umgebaut. Gebäudeteile wurden verändert oder abgerissen. Als die zur heutigen Seeseite stehenden Gebäude baufällig wurden, riss man diese ab und baute die Burg zum Schloss um. So entstand zunächst an der Stelle der abgerissenen Gebäude ein kleiner Schlossgarten, der in der neueren Zeit dann zu einer Terrasse umgebaut wurde. Heute können Sie von dort aus, der Altane, einen herrlichen Blick über den See und den Nationalpark Kellerwald-Edersee genießen. Verändert wurde die Bedachung des Bergfieds, welcher im Mittelalter eine hohe spitze Bedachung mit 4 kleinen Erkern hatte. Auf alten Kupferstichen können Sie sich das Schloss (Burg) in mittelalterlichem Ambiente noch ansehen. Auch nach dem Umbau der Burg zur Schlossanlage blieb der Burgencharakter erhalten.

Alte Postkarte von Schloss Waldeck

Die Zeiten waren nicht immer friedlich hier im Waldeckischen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss besetzt. Zuerst von den kaiserlichen Truppen, dann von den schwedischen. Auch im Siebenjährigen Krieg hat es Kämpfe in dieser Gegend gegeben und Belagerungen. Die Franzosen zogen plündernd durchs Land und besetzten die Burg. Die Bevölkerung musste die Franzosen verpflegen und was nicht freiwillig herausgegeben wurde, wurde beschlagnahmt. So war dies eine schwere Zeit für Waldeck und das Umland. 1762 wurde die Belagerung durch die Engländer, die auf Seiten der Preußen kämpften, aufgehoben.

1743 wurde das Schloss zum Landesgefängnis umfunktioniert. Dies ist auch das Thema des heutigen Schloßmuseums, dem Sie auf alle Fälle einen Besuch abstatten sollten. Das Leben der Gefangenen war hart. Sie waren zur Arbeit verpflichtet. Dies bedeutete, dass sie entweder an den Marmorsägen arbeiteten und den aus Giebringhausen (am heutigen Diemelsee gelegen) herbeigeschafften Marmor sägten oder damit beschäftigt waren, den Marmor zu schleifen. Ebenso wurden sie zur Landarbeit auf den umliegenden Feldern herangezogen. Die inhaftierten Frauen mussten spinnen, weben oder flechten. Der Gefängniswärter hatte seine Wohnung im Bergfried. Die Wachstube befand sich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes beim oberen Tor. Unter dieser Wachstube, in einem großen und hohen Saal, befanden sich die Marmorsägen, an denen die Gefangenen ihre Arbeit verrichten mussten. Es gab damals auch einen Schankwirt auf dem Schloss, der für das Wohl der Bewacher und der stationierten Soldaten sorgte. Die Soldaten wurden aus der Garnisonstadt Arolsen abgeordnet. Im Jahr 1868 wurde das "Zuchthaus" aufgelöst. (H.F.)

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