Wichtelmännchen

Die Grundlage für das Gedicht "Die Wichtelmänner" von Christian Fleischhauer waren höchstwahrscheinlich folgende Sagen, überliefert von Louis Curtze in seinem Buch "Volksüberlieferungen" aus dem Jahre 1860.

Die Wichtelmännchen ziehen fort

In Anraff ist ein Schiffsmann gewesen, der hat Heller geheißen. Zum dem ist einmal ein Wichtelmännchen gekommen und hat gesagt, er solle es doch diesen Abend überschiffen. Das hat er get(h)an.
Als er nun auf die Eder kommt, so weiß er das Schiff nicht fort zu bringen. Da hat er gesagt: Bist du denn allein so schwer? Darauf antwortet das Männchen: Guck mir einmal über die Linke Schulter, dann wirst du sehen, daß ich nicht allein bin. Da hat er nun nicht mehr als hundert Wichtelmännchen im Schiffe gehabt.

Hollen ziehen aus

Die Hollen zogen von Alraff und Werbe weg und gingen bei Berich über die Eder; es waren ihrer eine ganze Menge beisammen. Als sie zum Schiffsmann gekommen waren, da hatten sie ihn gefragt, ober er die Nacht schiffen wolle? O ja! Und als sie nun auf dem Trockenen waren, da fragten sie ihn, ob er etwas haben wolle und beschenkten ihn. Dann fragten sie ihn auch, ob er wissen wolle, wen er übergeschifft hätte? Da hatte er hinter sich über die Schulter gesehen und bemerkte lauter kleine Dinger. Das Schiff war davon ganz schwarz gewesen.

Fußnote im Buch von Louis Curtze

Die Sage von dem Auszuge der Zwerge ist weit verbreitet. Es soll dadurch ausgedrückt werden, der Glaube der Vorzeit an die Zwerge sei nun erloschen.

Geschichten, Sagen, Märchen

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